Dienstag, 20. September 2016

Alles neu

Will mich klar sehen und verstehen und wissen,
mich erinnern und spüren wie es ist,
einfach frank und frei,
zu sein.

Auch wenn ich Gefahr laufe zu ertrinken,
auch wenn die Einsamkeit eisig weht,
wenn die Wellen sich überschlagen,
wird es still.

Nur eine Liebe, die stärker als die See,
tiefer als das Meer, rauer als die Gischt,
weiter als der Horizont erscheint,
holt mich an Land zurück.

Denn man vergisst zu schnell
was Frieden heißt und was er kann.
War man einmal dort,
wird alles neu.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Im Sturm

Such nicht den Fels in der Brandung
dein Boot würd' zerschellen
stell dich mutig dem Sturm
und wiege dich in den Wellen

Weil du vorher nicht weisst
was hinterher passiert
gib dem Morgen keinen Sinn
solang es nicht existiert

Bleib bei dem was du liebst
bleib im jetzt und im hier
alle Zweifel verfliegen
jetzt im Sturm und bei dir

Du wirst sehen morgen früh
ist die Sicht wieder klar
was heute grau und vernebelt
macht die Welt wunderbar

Mittwoch, 23. Dezember 2015

sag trag mich

sag trag mich
und ich ertrag dich traurig
trag dich glücklich
nehm dich gern auf den Arm
trag dich überall hin

sag trag mich
und ich ertrag dich launisch
trag dich fröhlich
nehm dich gern in den Arm
trag dich im Herzen fort

sag trag mich
und ich ertrag dich arm
trag dich reich
über jede Schwelle erhaben
ertrag ich dich überall hin

solang ich es nur ertragen kann
werd ich dich tragen solang ich es kann
sag einfach nur trag mich
denn ich hoffe du magst mich
dann und wann

Mittwoch, 16. Dezember 2015

An den Schmetterling

Du fliegeleichter Schmetterling
Bunt wie der Sommer
Zart wie ein Lüftchen
Kaum bist du da bist du fort

Mehr als bewundern möcht ich dich nicht
Zu fein deine Flügel
So rein deine Art
Dein Augenblick berührt jeden Ort

Hebst ab, lässt dich nieder, mal hier und mal dort
Um zu lachen, zu zaubern, zu streben
Ich freue mich sehr dir begegnet zu sein
Und wünsch dir ein entfaltetes Leben

Doch bevor du entschwindest, verzeih bitte sehr
Kann's nicht lassen in Laden zu denken
Tätest mir einen Gefallen, brachtest mich so ins Wallen
Ohne mir auch nur deinen Namen zu schenken

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Das kalte Herz

Das kalte Herz ist in der Tat
ein Stillstand meist in jeder Art
Es pocht zwar spürbar in der Brust
Doch weht sie lau, die Lebenslust

Kein Abenteuer ziert den Weg
Der vorher war des Lebens Steg
Die Brücken sind auch eingestürzt
Das macht halt manchmal sehr bestürzt

Und wenn des Lebens Liebe geht
Ein eisiger Wind im Kopf dann weht
Das kalte Herz ein kühler Kopf
Der rudert, schwimmt und schweißnass tropft

Drum Logik siegt vor Empathie
Das macht dich alt, der Spiegel schrie
Alt fällt es schwer sich selbst zu lieben
Von ihr ist wieder nichts geblieben

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Der Schleier

Es kommt langsam
Es kommt schleichend
Die Gedanken stellen Weichen
Sie verbleichen

Du siehst nur noch klar verpixelt
Und der Bauch wird flau
Zynisch witzelnd
Grau in grau

Die Welt wird leise
Du läufst wie auf Watte
Eine Rolltreppenreise
Auf einer Abtretermatte

Du nimmst dich selbst nicht mehr ernst
Bist ständig unzufrieden
Lenkst dich von Schmerzen nicht ab
Bleibst einfach Tage lang drin liegen

Nichts scheint dir mehr wertvoll
Die Zeit geht rasch verloren
Sag, was ist nur los mit dir
Du wirkst so säuerlich vergoren

Der graue Schleier ist es
Versperrt heut wieder deine Sicht
Du siehst es grad noch alles vor dir
Aber tief ist es bei weitem nicht

Mittwoch, 25. November 2015

Schichtwechsel

Die Bar geht schlafen
Der Lotse kommt
Der Kaffee kocht
Der Himmel wird blond

Stille Seelen
Erwachen an Deck
Gutenmorgenrufe
In der Ecke liegt Dreck

Jeder für sich
Macht Fotografien
Tanzt durchs Netz
Mit seinen Phantasien

Kurz bevor es losgeht
Atmen alle durch
Die Ruhe vorm Sturm
Die Zigaretten der Furcht

Mittwoch, 18. November 2015

Spagat

Wenn du dich entscheiden musst
zwischen Büro und Reiselust,
fällt die Entscheidung sicher leicht,
auch wenn der Himmel weiter reicht.

Doch wenn die Ferne wird zur Qual
und Heimat dann zum heil'gen Gral.
Was machst du dann? Wo kommst du an?
Zwischen dort und hier und dann.

Den Sprung zu schaffen, sich aufzuraffen,
den Spagat jonglieren und Entscheidung trainieren.
Das scheint der rechte Weg zu sein
Den man dann geht, zumeist allein.

Mittwoch, 11. November 2015

Potential

Deine Augen sagen mir
dein Mund nutzt Wörter unter dir.
Dein Potential versiegt, verbrennt,
wenn dein Kopf sich dran gewöhnt.

Drum wenn ich mir was wünschen darf:
Schleif deine Worte, schleif sie scharf.
Auch wenn das etwas Mühe kost'
Der Lohn dafür ist Liebespost.

Mittwoch, 4. November 2015

Dann

Ich muss, ich muss, ich muss
muss, muss ohne Überdruss.

Ich muss, ich muss, ich muss
muss, muss bis zum Überfluss.

Ich muss, ich muss, ich muss
muss, muss bis zum bittren Schluss.

Ich muss, ich muss, ich muss
muss, muss bis zum letzten Schuss.

Ich muss, ich muss, ich muss
muss, muss bis ich nicht mehr kann.

Ich kann, ich kann, ich kann
kann dann.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Funchal

Des Nachts, wenn du schimmerst im Lichterrausch
Deine Berge im Schatten versteckst
Dann lieb ich dich sehr, komme gerne her
Und genieß' deine Luft wie verhext

Am Tage wenn's brummt und heult und brennt
Wenn die Autos und Menschen sich schieben
All die Kostbarkeiten und Souvenirs
Bist du ebenfalls nur zum Verlieben

Doch im Dämmerschein des Morgentau
Wenn du ruhst und kaum sich was regt
Wenn die Fischer kommen und das Meer wird blau
Bin ich zu höchst berührt und erregt

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Der Wasserfall

Du plauderst wie ein Wasserfall
Der prall gefüllt sich niemals stillt
Nur rauscht und grollt dahin

Da denk ich meist so leis in mir,
ob du nicht manchmal was vergisst
ob du wohl weißt was Stille ist

Die Luft wird knapp
Ich schnapp nach ihr
Und spür die Not der Brust

Wenn du nicht stoppst
Dann sterbe ich
Vor Krach und Angst und Frust

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Trauerklos

Du attraktive Hässlichkeit
Du sexy dumme Kuh
Du denkst ich küss die Hand, oh Maid
Ich seh den Anderen zu

Wie du sie köderst, lüstern spielst
Sie alle fallen drauf rein
Dass du sie nur benutzen willst
Fällt ihnen nicht mal ein

Mit mir jedoch treibst du kein Spiel
Auch wenn die Lust gar groß
Dein Antlitz ist gar sehr famos
Dein Herz ein Trauerklos

Sonntag, 11. Oktober 2015

Wie man den musikalischen Wert seiner Stereoanlage vervielfacht

Bevor man darüber nachdenkt neue Lautsprecher zu kaufen, oder in einen teuren neuen Verstärker zu investieren, weil man der Meinung ist die Qualität der Wiedergabe der heimischen Stereoanlage sei unzureichend oder nicht befriedigend, sollte man sich neben elektroakustischen Überlegungen vor Augen halten, was das schwächste Glied der Kette darstellt. In den vergangenen Jahrzehnten wurde viel Musik auf Vinyl produziert, danach kam die digitale Revolution in Form von hoch brillanten CDs, welche wiederum von rein digitalen, aber verlustbehafteten Medien wie zum Beispiel MP3 größtenteils ersetzt wurde. Was im ersten Moment damals wie die eierlegende Wollmilchsau erschien, ist jedoch mittlerweile zu einem Geist geworden, den man rief und nun nicht wieder los wird. Die aktuellen Verkaufszahlen belegen, dass gerade einmal noch ca. 10% des klassischen Musikvertriebs aus CDs und physischen Medien besteht. Der Rest ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein komprimiertes Datenformat in Form von MP3 oder AAC. Auch die beliebten Streaminganbieter verlassen sich in der Regel auf verlustbehaftete Kompression, weil sie natürlich Bandbreite sparen wollen und bei gleicher technischer Leistung dadurch mehr Kunden beschicken, also mehr Geld verdienen können. Man sollte sich an dieser Stelle also selbst einmal auf die Finger schauen was man klickt, bevor man es hört und die Schuld womöglich dann bei der Stereoanlage sucht. Ein mehrere tausend Euro teures Setup bietet am Schluss nämlich auch nur so viel Qualität, wie die Musik die man darüber abspielt. MP3 und verlustbehaftetes Streaming mag für Küchenradios oder den Ghettoblaster im Park ausreichend sein und hat eine Zeit lang auch seine Berechtigung gehabt, da man auf Grund von Speichermangel gerne mehr als ein oder zwei Alben auf seinem Abspielgerät speichern wollte und es nicht konnte. Die heutigen Kapazitäten von Speichermedien relativieren die Begründung der Datenreduktion jedoch sofort. Mittlerweile sind mehrere Gigabyte in mobilen Geräten und nicht selten mehrere Terabyte in stationären Abspielgeräten Gang und Gäbe und hier noch mit Datenreduktion eine Sammelwut zu rechtfertigen, die dem Verhalten einer Nachkriegsgeneration in Nichts nachsteht, ist fast schon ein wenig größenwahnsinnig und erinnert eher an festgefahrene Verhaltensmuster. Die Begründung man bräuchte unbedingt 10.000 Titel stark komprimierter Musik auf einem mobilen Gerät mit einem Speicherchip der Größe einer 1-Cent-Münze erschließt sich mir nicht. Es wird weder der inspirierenden und emotionalen Qualität der Musiker, noch deren Mühen gerecht, die sie sich bei der harten Erarbeitung ihrer Musik damit gemacht haben. Dabei sind 10.000 Titel bei einer Datengröße von durchschnittlich 3 Megabyte pro Song gerade mal 29,3 Gigabyte groß. Jedes zweite Tablet oder Smartphone oder jedes beliebige andere Smart-Device hat mittlerweile mehr als doppelt so viel Kapazität. Großzügige Cloud-Dienste wachsen wie Pilze aus dem Boden. Notebooks bieten wie selbstverständlich Terabytes zum Mitnehmen. Von klassischen stationären Festplatten und Network Attached Storage im Heimnetzwerk wollen wir noch nicht mal reden. Der Archivierung von 10.000 Titeln in unkomprimierter Form steht also prinzipiell nichts mehr im Wege. Warum machen es dann so wenige? Die meisten verlassen sich dann wohl doch lieber auf Spotify & Co. Doch dass sich im Streamingmarkt in absehbarer Zeit ein HD-Anbieter etabliert, ist nicht in Sicht. Komischerweise ist uns die Größe und Datenrate einer Filmdatei auf einmal egal, sobald wir wissen, dass es sich um HD oder 4K-Material handelt. In Anbetracht der "digitalen Revolution 2.0" sollten wir uns also die Frage stellen, ob es noch zeitgemäß ist, die heimische Musikbibliothek in dieser stark datenreduzierten Fraunhofer-Form zu konservieren. Man muss ja nicht gleich die hoch aufgelöste Studio-Masterversion in 24Bit/192kHz all seiner Titel kaufen, aber ein wenig mehr CD-Qualität - auch ohne physisches Medium - kann unseren Ohren wohl kaum schaden. Noch dazu, oder vielleicht auch gerade deshalb, weil es näher an dem ist, was sich der Musiker einst mal im Studio dabei gedacht hat.

Eine interessante und kurzweilige Dokumentation dazu gibt es auf - dem ebenfalls oft datenreduzierten Portal - youtube.com unter dem Titel "The Distortion of Sound".


Mittwoch, 7. Oktober 2015

Flucht nach Vorn

Abhaken, weitermachen,
ich pack meine sieben Sachen.
Weiß nicht was, weiß nicht wohin,
ich will nie bleiben wo ich bin.

Immer weiter,
weiter raus
weiter fort,
geradeaus.

Nur nicht mehr zur Seite sehen.
Nur nicht mehr den Kopf verdrehen.
Nur nicht denken was mal war.
Ich bin heut der Zukunfts Zar.

Mittwoch, 30. September 2015

in deinem Gesicht

Du könntest sein,
wer ich mal war.
Du bist so fein,
so wunderbar.

Wie du um die
Ecke schaust,
du es willst,
dich doch nicht traust.

Und irgendwas sagt
überwinde dich,
es findet sich
in deinem Gesicht.

Wenn du lachst,
die Augen zu machst
und mich angrinst,
mein Glück verzinst.

Wenn wir uns sehen
bleiben wir stehen
halten inne
und lassen uns gehen

Und ob es was wird,
oder fast nur war,
für den Moment
war alles klar.

Mittwoch, 23. September 2015

Am Rauschenbach

Dreißig Ringe sind sie alt,
die Bäume die uns schützend umgeben.
Zeit, die man so schnell vergisst,
sieht man Spinnen die Wespen umweben.

Von der Distel bis zum Kamillenstrauch
summen und brummen die Völker.
Auf dem Weg zu dir, den Fluss hinauf,
verdichten sich Wolken und Wälder.

Fernab der Welt und ihr doch so nah
vergisst du all die Termine
und gewinnst und weckst was längst vergessen war
den Instinkt, die Ruhe und Liebe.

Dort am Rauschenbach unterm Sternenzelt
besinnst und verlierst du dich wieder.
Zwischen Birken und Buchen und Warten und Suchen
lässt es sich leben, es gibt Kaffee und Kuchen.

Und die Himbeeren wachsen am Wegesrand
such ich Holz um mich dran zu verbrennen.
Doch der Schmerz lässt nach 
und ich hör wie ich sag:

Aus der Raupe wurde in der kalten Nacht
ein Schmetterling zart voller Anmut und Pracht.

Mittwoch, 16. September 2015

der klare Blick

und dann diese Pause
ein paar Sekunden nur
es könnten Stunden sein
denn alles läuft in Zeitlupe

wenn du alles siehst
alles verstehst
das Leben so einfach ist

wenn die Farben bunter
und Menschen netter
und die Wolken egal sind

wenn du ohne Brille scharf siehst
hinter die Fassaden schaust
dich verbunden fühlst

wenn Gefühle zu Gerüchen werden 
und du tief einatmest
jede Zelle spürst

wenn du weißt was zu tun ist
in dir eine Karte leuchtet
jede Reise möglich scheint

wenn überall der Ort ist
wo du willkommen bist
um dort zu bleiben

wenn dich keine Fragen mehr quälen
keine Zweifel mehr lähmen
du heilst anstatt zu leiden

wenn du vor Freude weinst
weil du es nicht besser weißt
und alles überschwellt

ich gönn sie mir jetzt jeden Tag
diese Pause, ein paar Sekunden nur
es könnten Stunden sein
denn alles läuft in Zeitlupe

Montag, 31. August 2015

Das Tonband feiert 80. Geburtstag

Das Tonband wird 80 Jahre. Zur IFA 1935 in Berlin war es die Sensation überhaupt. Grund genug die alten Spulen mal wieder auszukramen und das Fast Forward, Rewind und Mixtape zu zelebrieren. Happy Birthday, Tape-Deck.

Warum schätzt ihr Band und was macht ihr damit noch? Nehmt ihr damit auf, gibt es die guten alten Mixtapes noch und was für Bandtypen und Bandmaschinen nutzt ihr? Hinterlasst doch einfach einen Kommentar und gratuliert der Meterware.

Samstag, 1. November 2014

FAQ

rastlos vergebens
des Lebens ratlos
des Strebens Ziel
war viel zu viel

ruhig vergebend
wissend und lebend
die Konfrontation
war’s dann auch schon

Montag, 29. September 2014

Glück verstehen

weiß immer noch nicht, ob du glücklich bist
wüsst’ manchmal gern, ob du mich auch so vermisst
war es wirklich nicht so, wie deiner Aura Schein
dann bitte ich dich aufrichtig mir zu verzeih'n

was ich bekam war bestimmt kein Verstand
war ein zitterndes Herz außer Rand und Band
immens die Traumwelt jeden Tag in mir wächst
muss Tagträumen jetzt, weil du mich jede Nacht weckst

kann das geschenkte Gefühl nicht mehr lang unterdrücken
zu lang ging ich schon an viel zu kurzen Krücken
und an den Händen das Blut von all den Scherben
ich bin es Leid, das andauernde Spielverderben

auf die Bretter der Welt muss ein verdammt gutes Stückdas Publikum erwartet ein tragisches Glück
doch aus falscher Rücksicht gibt’s keine Premiere
wir wiegen lieber Sicherheit auf mit Misere

unendliche Sehnsucht werd ich wohl ewig erleiden
werd weiterhin warten und mir die Zeit vertreiben
der Tag wird kommen an dem wir uns sehen
und dann schau ich dich an und werd mein Glück verstehen

Donnerstag, 25. September 2014

Bei dir

Bin weder Gestern,
noch Morgen.
Bleib weder jetzt,
noch hier.
Geb weder Freud,
noch nehm ich Sorgen,
doch was ich bin,
ist bei dir.

Freitag, 29. August 2014

space

those days
when everything falls into place
when you ain’t have to chase
what a grace

einziger Kuss

hab nie verlangt,
dass du mich rettest,
dass du mich bewunderst
oder dein Leben verwettest
hab nie gewollt,
dass ich mich verstecke,
dass ich mich belüge
oder an dir anecke
hab nie versucht,
das wir zu ignorieren,
das uns zu verleugnen
oder dich zu forcieren
aber was ich dir jetzt
einfach sagen muss
alles was ich mir von dir wünscht’
ist ein einziger Kuss

Freitag, 1. August 2014

Zwei

Die Frage
des woher
ist Wissen,
ist Erinnerung.

Die Frage
des wohin
ist Vision,
ist Phantasie.

Die Frage
wer ich bin,
ist woher,
ist wohin.

Nur die Frage
des warum
bist du,
und bin ich.

Bleibt ewiglich
noch wann,
und bleibt ebenso
noch wo.

Warum nicht
jetzt,
warum nicht
hier.

Ich bei dir,
du bei mir.

Sonntag, 13. Juli 2014

Termine

jeden einzelnen Tag
versprech ich der Welt
die mir so viel gibt
und mich am Leben hält

jeden einzelnen Tag
versuch ich zu gestalten
weil auch er mir verspricht
mich nicht nur zu verwalten

jeden einzelnen Tag
schenk ich dem dankbaren Leben
denn es fragt mich nie
wieviel will ich dafür geben

jeden einzelnen Tag
bin ich sehr gerne hier
obschon es unfair ist
manchmal auch zu mir

und wenn die Nacht hereinbricht
dann fang ich an zu träumen
denn ich hab einfach keine Lust
mein Leben zu versäumen

Montag, 26. Mai 2014

Kommst du mit?

Kommst du mit?
Es wird nichts schlimmeres passieren,
Als dass wir uns wieder verlieren
In einer Welt aus Glück

Kommst du mit?
Es kann nichts schlimmeres passieren,
Als dass wir uns wieder verirren
In einer Welt aus Glück

Kommst du mit?
Lass uns einen Film anschauen
Wir gehen einfach heimlich Heim
Kommst du mit?
Lass uns Barrikaden bauen
Wir reißen alte Mauern ein

Kommst du mit?
Wir gehen durch den Wald spazieren
Und lassen alle Pflanzen stehen
Kommst du mit?
Wir lassen den Verstand mal ruhen
Wenn wir was nicht verstehen

Kommst du mit?
Es wird nichts schlimmeres passieren,
Als dass wir uns wieder verlieren
In einer Welt aus Glück

Kommst du mit?
Es kann nichts schlimmeres passieren,
Als dass wir uns wieder verirren
In einer Welt aus Glück

Kommst du mit?
Wir fahren heut’ aufs Meer hinaus
Und fühlen uns dort voll normal
Kommst du mit?
Wir schalten mal das W-Lan aus
Und schreiben uns total real

Kommst du mit?
Wir steigen auf den höchsten Berg
Und sehen mal wieder fern
Kommst du mit?
Lass uns doch zusammen sein
Denn ich hab dich so gern

Kommst du mit?
Es wird nichts schlimmeres passieren,
Als dass wir uns wieder verlieren
In einer Welt aus Glück

Kommst du mit?
Es kann nichts schlimmeres passieren,
Als dass wir uns wieder verirren
In einer Welt aus Glück

Und wenn du mal wieder traurig bist,
Dass die Welt so ist wie du sie siehst,
Kommt irgendwoher ein Mensch der dich küsst
Und dich fragt:

Kommst du mit?
Es wird nichts schlimmeres passieren,
Als dass wir uns wieder verlieren
In einer Welt aus Glück

Kommst du mit?
Es kann nichts schlimmeres passieren,
Als dass wir uns wieder verirren
In einer Welt aus Glück

Kommst du mit?

Dienstag, 20. Mai 2014

Intelligenz

... ist nicht deinen Gegenüber mit Worten oder Waffen zu schlagen um aus einem Kampf als Sieger hervorzugehen, Intelligenz ist Verantwortung. Die Verantwortung deinem Gegenüber die Hand zu reichen und gemeinsam im Einklang die Individualität eines jeden Einzelnen zu feiern.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Wir haben alles probiert

Manchmal möchte ich aufwachen und alles ist so wie es sein sollte. 

Manchmal möchte ich die “Willkommen in …”-Schilder auf der Autobahn überpinseln mit “Willkommen in der Matrix, dem Land der Schlaftabletten.”

Manchmal möchte ich auf Facebook twittern und auf Twitter liken, dass die NSA gerne auf einen Kaffee vorbeikommen darf, wenn sie etwas über mich erfahren will.

Manchmal möchte ich eine Bank überfallen und das Geld einer Kickstarter-Kampagne schenken, die damit etwas Nachhaltiges bewegt.

Manchmal möchte ich auf meinem Pass das “Eigentum der Bundesrepublik Deutschland” durchstreichen und “Eigentum der Erde” darauf schreiben.

Manchmal möchte ich mein Konto auflösen und alles Geld verbrennen, nur damit es nicht in die falschen Hände gelangt.

Manchmal möchte ich alle Grenzen abreißen und dort Häuser bauen in denen jeder einen Tag wohnen muss, bevor er auf die andere Seite kann.

Manchmal möchte ich mit einer geklauten Yacht von Monaco nach Nordafrika fahren um illegal auszuwandern.

Manchmal möchte ich ein neues englisches Wort erfinden, dass den Amerikanern adequat beschreibt, was wir in Deutschland unter Weltschmerz verstehen.

Manchmal möchte ich einen Quadratmeter Wald kaufen und eine unabhängige Wald-Republik von deren Wipfeln ausrufen.

Manchmal möchte ich eine Schadenersatz-Einzugs-Zentrale gründen und wahllos von allen Institutionen die uns manipulieren horrende Gebühren verlangen.

Manchmal möchte ich die Welt mit Lachgas fluten, um uns für einen Moment unsere Menschlichkeit zurückzugeben.

Manchmal möchte ich jedes Verbot verbieten, inklusive dem Verbot etwas zu verbieten, nur um zu sehen was übrig bleibt.

Manchmal möchte ich eine Besteuerungs-Steuer erfinden, die alle extra besteuert, die sich für noch mehr Steuern aussprechen.

Manchmal möchte ich meine Wohnung einem Obdachlosen überlassen, um jeden Tag in Berlin vor “Dem Deutschen Volke” herumzulungern und hässlich zu sein.

Manchmal möchte ich Politiker werden, einfach nur um zu allem was in der Welt gerade passiert “Nein” zu sagen und dafür bezahlt zu werden.

Manchmal möchte ich Texte wie diesen im Internet veröffentlichen, nur um zu sehen wer das Lesen und Denken noch nicht verlernt hat.

Manchmal möchte ich all diese Dinge und noch viel mehr tun, nur um dir - mein Kind - sagen zu können, wir haben alles probiert.

Damit du eines Tages aufwachst und dir sagst, alles ist so wie es sein sollte.

Montag, 21. April 2014

Sunset, 20th of April 2014, Leipzig (Connewitz), Germany, time-lapse

Hope you all enjoyed a beautiful easter sunset just as I did yesterday. Bless you.
http://vimeo.com/92470166

Sunset, 20th of April 2014, Leipzig (Connewitz), Germany, time-lapse
Filmed with an Apple iPad2 and iMotionHD v2.1.1
Time approx.: 7.15pm - 8.45pm

Music by Johannes Strom
facebook.com/johannesstrom
twitter.com/johannesstrom
johannesstrom.de

Donnerstag, 3. April 2014

Im Regen

Fässer füllen sich mit Wasser
Blätter fallen von den Bäumen
Es knackst und knarrt
Es platscht und nässt
Die Tropfen landen weich
Im seichten Gewässer

Fässer füllen sich mit Öl
Bomben fallen vom Himmel
Es knallt und stinkt
Es kracht und schreit
Die Leichen landen hart
Im brennenden Sand

Mittwoch, 12. Februar 2014

Fernweh

Aus der Heimat in die Ferne
Reisen, weit weg von dieser Erde
von der Provinz zu dem Sterne
dort wo die Liebe kein Gebärde

Wo die Straßen voller Passion
anstatt mit Geläster sich berühren
alles, nur keine Aggression
der Menschheit mehr spüren

doch ist auch Fernweh eine Sucht
des Menschen Leidenschaft zu gehen
die Konfrontation mit der Flucht
der Zukunft entgegen zu sehen