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Donnerstag, 26. August 2010

Stereobearbeitung aus Sicht eines Grammy-Preisträgers

Profis kochen auch nur mit Wasser. Ein paar Rezepte sind jedoch einfach gut. Diese und andere Weisheiten musste ich bestätigt sehen, als vor einigen Wochen Gregor Zielinsky, seines Zeichens Grammy-Preisträger (Leonard Bernstein, Candide) und International Recording Applications Manager bei Sennheiser, bei uns im Staatlichen Institut für Musikforschung Berlin zu Gast war.

Abgesehen von dem eigentlichen Job, Gitarrenaufnahmen für den Audioguide der bevorstehenden Sonderausstellung "Faszination Gitarre" des angeschlossenen Musikinstrumentenmuseums anzufertigen konnte ich in dem Drumherum viele interessante Techniken, Philosophien und Ideen aufschnappen und möchte heute ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

Samstag, 24. Oktober 2009

Kleinmembran-Mikrofone KEL HM-1
Der Geheimtipp aus Kanada

Das HM-1 klingt wahrscheinlich wie kein anderes Mikrofon, das ihr jemals benutzen werdet. Im Gegensatz zu den meisten günstigen Studiomikrofonen, die einen eher spitzen über-präsenten Sound zu emulieren versuchen, wurde das HM-1 für einen vollen, runden Klang entwickelt. Es klingt recht dunkel und bietet somit den perfekten Kontrast zu den meisten beliebten Mikrofonen.

Das HM-1 ist ideal um höhenlastige Klänge wie Dudelsack, Bläser und Mandolinen zu entschärfen. Man kann damit aber auch sehr toll dünn klingende Vocals andicken oder kleinen Gitarrenamps mehr Druck verleihen. Background Vocals auch wirklich in den Hintergrund zu setzen ist genauso möglich wie ein schlaffes Schlagzeug anzufetten, wenn dies von Nöten ist. Das HM-1 ist kein "neutrales" Mikrofon und es klingt auch nicht "besser" als andere Mikrofone. Es klingt eher "anders" und in der heutigen Zeit des samplelastigen und presetbetonten Produzierens ist anders klingen definitiv die richtige Wahl.